Stiftung richtet „Genetisches Erhaltungsgebiet“ für Wildsellerie ein

Auf dem Großen Schwerin an der Müritz existiert mit mehr als 3 ha besiedelter Fläche eine der größten Populationen des Kriechenden Selleries (Helosciadium repens) in Deutschland. Die in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geschützte Art benötigt nasse bis frisch feuchte Standorte, auf denen durch Bodenverletzungen kurzrasige oder lückige Vegetationsbestände vorhanden sind. Durch die vollständige Beweidung des Großen Schwerins und die infolge der natürlichen Küstendynamik immer wieder neu entstehenden Abbruchkanten und Strandwälle findet der Kriechende Sellerie ideale Bedingungen vor.

Im Rahmen des Projekts „GE-Sell“ wurde man nun auf das Vorkommen des Kriechenden Selleries auf dem Großen Schwerin aufmerksam. In dem Projekt untersuchten Forschungsteams des Julius Kühn-Instituts, der Universität Osnabrück und der Humboldt-Universität zu Berlin in den vergangenen drei Jahren die genetische Vielfalt von Wildsellerievorkommen in Deutschland. In den wilden Verwandten schlummern Gene, die für die züchterische Verbesserung unserer Nahrungspflanzen relevant werden könnten. Über „Genetische Erhaltungsgebiete“ sollen besonders wertvolle Standorte von Wildpflanzenarten für die innerartliche Vielfalt bewahrt werden. Hierzu wurde ein Netzwerk Wildsellerie aufgebaut. Essenziell ist hierbei, die Akteure vor Ort - wie z.B. Flächeneigentümer und -nutzer sowie die Gebietsbetreuer einzubeziehen.

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V unterstützt die Bestrebungen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Seit Mai 2019 sind wir Partner im Netzwerk Wildsellerie. Der Große Schwerin wurde als „Genetisches Erhaltungsgebiet“ für Helosciadium repens eingerichtet.
Mit der Unterzeichnung des Internationalen Saatgutvertrags und des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt hat sich Deutschland verpflichtet, Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft in situ, am Ort ihres Vorkommens, zu erhalten. Das BMEL fördert über die BLE das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Genetische Erhaltungsgebiete für Wildselleriearten als Bestandteil eines Netzwerkes genetischer Erhaltungsgebiete in Deutschland“ mit rund 960.000 Euro. Das JKI koordiniert dieses Projekt, das noch bis November 2019 läuft.

Weitere Informationen finden Sie unter https://netzwerk-wildsellerie.julius-kuehn.de/.









Lebensraum des Kriechenden Selleries (Fotos StUN MV)


 

 

Komm, wir gehen stiften

Ihr Euro zählt doppelt!

Mit Ihrer Zustiftung
unterstützen Sie die
Stiftungsarbeit
sogar doppelt.

> weitere Informationen