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HotSpot28 - Natürlicher Klimaschutz im Norden

Der Hotspot 28 ist eine von 30 Regionen in Deutschland, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als „Hotspot der biologischen Vielfalt“ ausgewiesen wurde, da sie eine besonders hohe Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen sowie Lebensräume und Landschaften aufweist. Entlang der Westmecklenburgischen Ostseeküste und dem Lübecker Becken erstreckt sich der Hotspot 28 auf einer Fläche von rund 700 Quadratkilometern über die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Das Projekt „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ hat es sich in diesem Gebiet zur Aufgabe gemacht, Biodiversitäts- und Klimaschutz zu verbinden, um den negativen Auswirkungen der Klimakrise und einem weiteren Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken sowie die positiven Effekte des natürlichen Klimaschutzes zu fördern.

Zur Erreichung dieser Zielstellung setzen wir als Projektpartnerin gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, dem BUND Mecklenburg-Vorpommern, der Hansestadt Lübeck und der Gemeinde Ostseebad Insel Poel verschiedene Maßnahmen um.

Nähere Informationen zum Gesamtprojekt und zu den Tätigkeiten unser PartnerInnen finden Sie auf der Projekthompage.  AnsprechpartnerInnen zu unseren Maßnahmen (s. u.) sind Anja Kureck und Dr. Jörg Mose.

Die Pepelower Wiesen sind ein Polder, dessen Deiche in den 1990ern geschlitzt wurden. Eine in der Planungsphase durch die Stiftung Umwelt- und Naturschutz in Auftrag gegebene Polderstudie zeigt aber noch erheblichen naturschutzfachlichen Verbesserungsbedarf auf. Die Torfe der Polder werden durch periodisch eindringendes Salzwasser nicht hinreichend feucht gehalten. Sie haben sich auch unter dem Einfluss von landseitig in den Polder einfließendes Süßwasser gebildet, das durch das bestehende Grabensystem durch den Polder durchgeleitet wird. Hier könnten Gräben angestaut werden, um die Moorschrumpfung wieder in ein Moorwachstum zu verwandeln. So würde zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert und der Klimawandel gebremst. Gleichzeitig würde das Festland aufwachsen. Würde auch der Deich zurückgebaut, könnte dieser Aufwuchs durch den Eintrag von Sedimenten aus der Ostsee noch erhöht werden und so vielleicht mit dem Meeresspiegelanstieg mithalten. 

Die Flächen, die auf absehbare Zeit trotz Meeresspiegelanstieg weiter bewirtschaftet werden können, sollen zu artenreichen Salzwiesen entwickelt werden. Da die Stiftung als Projektträger jedoch in den Pepelower Wiesen über sehr wenig Flächeneigentum verfügt, müssen die Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Flächenbesitzern und -nutzern umgesetzt werden.

Außerdem setzt sich die Stiftung am Salzhaff für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ein, um eine rechtliche Handhabe bei Verstößen gegen die zwischen Naturschutzverbänden und -behörden sowie Wassersportlern ausgehandelte freiwillige Vereinbarung zu haben, die zum Beispiel eine wassersportliche Nutzung wichtiger Vogelrastgebiete ausschließt.

Aufgrund des lebhaften, von der letzten Eiszeit geprägten Reliefs konnten sich in der Kussower Hutung nach Extensivierung der Nutzung viele unterschiedliche Feucht- und Trockenbiotope bilden. Damit ist die Hutung eine Oase der Artenvielfalt inmitten intensiv genutzter Agrarlandschaft. Als sogenanntes Trittsteinbiotop ermöglicht sie den genetischen Austausch zwischen verschieden Populationen einer Art und ermöglicht so eine bessere Anpassung von Arten an die Herausforderungen des Klimawandels.

Zentral für den Erhalt des wertvollen Biotopmosaiks ist die Beweidung bzw. Mahd, da die Flächen sonst verbuschen würden. Dort, wo bereits übermäßig viele Gehölze aufgekommen sind, werden diese entfernt. Durch den Bau von Zäunen bzw. Pferchen soll eine regelmäßige Beweidung etabliert werden. Ähnlich wie Wald können auch Grasländer der Atmosphäre Kohlenstoff entziehen, der vor allem unterirdisch in Wurzeln und abgestorbenen Pflanzenteilen gespeichert wird.

Durch Kappung einer noch vorhandenen Drainageleitung soll verhindert werden, dass Wasser schnell aus einem kleinen Kesselmoor abgeführt wird. Das Moor wirkt dann als Puffer für den Gebietswasserhaushalt und kann mehr Kohlenstoff binden.

Das Grüne Band ist in diesem Abschnitt durch eine große Vielfalt von Biotoptypen – vom Moor bis zum Trockenrasen – geprägt. Aufgrund der Nähe zur Hansestadt Lübeck herrscht hier im Grünen Band ein hoher Nutzungsdruck. Gleichzeitig ist die Nähe zur Großstadt aber auch das Potenzial dieser Flächen, da die meisten Besuchende und Anwohnende hier gerade wegen der Schönheit der Landschaft spazieren bzw. wohnen. Daher ist ein Schwerpunkt der Maßnahmen in diesem Bereich, die Natur erlebbar zu machen und Menschen zu gewinnen, die sich für den Erhalt der Flächen einsetzen oder beim Monitoring unterstützen. Interessierte können sich gerne bei uns melden.

Denn auch in der Wakenitzniederung und der Palinger Heide soll, wie an anderen Stellen im Grünen Band, eine halboffene Landschaft als Wanderungskorridor für unterschiedlichste Arten entwickelt bzw. erhalten werden, so dass die Artengemeinschaften insgesamt widerstandsfähiger gegen den Klimawandel werden. Bei der Pflege setzt die Stiftung auch hier auf extensive Beweidung als tierfreundlichere und klimaschonendere Art der Fleischproduktion. 

Die Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern will den Kopfhainbuchenwald im Jassewitzer Busch als Relikt historischer Niederwaldnutzung erhalten und erlebbar machen. Dazu wird eine Instandsetzungspflege von ca. 700 Bäumen durchgeführt und junge Bäume in die Pflege einbezogen, die aufgrund natürlicher Verjüngung oder Pflanzung hier wachsen.

Da ein Großteil des Holzes, das bei der Pflege anfällt, im Wald verbleibt und auch die Kopfhainbuchen nicht gefällt werden, sondern am Ende ihres Nutzungszyklusses langsam absterben, reichert sich im Wald eine Menge stehendes und liegendes Totholz an, das spezialisierte und in unseren stark genutzten Forsten selten gewordene Tiere anzieht und als Kohlenstoffspeicher auch das Klima schützt.

In einer Reihe von umweltpädagogischen oder kulturellen Veranstaltungen soll das vergessene Kleinod wieder in das regionale Gedächtnis geholt werden. In den instandgesetzten Flächen entsteht ein Waldlehrpfad, der über verschiedene Formen der Waldwirtschaft und den Wald als Kohlenstoffsenke informiert.

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine Reihe von Flächen im Grünen Band am Dassower See. Ziel ist die Schaffung einer halboffenen Weidelandschaft, um hier die Funktion des Grünen Bandes als Wanderkorridor für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Durch die Möglichkeit zum genetischen Austausch zwischen den verschiedenen Biotopen können sich Arten besser an die Veränderungen des Klimas anpassen. 

Die Pflege der Flächen durch Beweidung oder Mahd wird dadurch erschwert, dass die Flächen der StUN M-V mit oft nur 40 m Breite äußerst schmal und nicht zusammenhängend sind. Zur Verbesserung der Bewirtschaftbarkeit werden im Rahmen des Projektes HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden daher folgende Maßnahmen umgesetzt: 

  • Flächenarrondierung,
  • Erstinstandsetzung verbuschter Flächen,
  • Schaffung von Trassen für das Aufstellen mobiler Zäune. 

Über den Beitrag zum Artenschutz hinaus ist die extensive Weidewirtschaft ressourcenschonender als die moderne Art der Fleischproduktion und trägt somit zum Klimaschutz bei. 

Auf den Eigentumsflächen der Stiftung sind die Mündungen vieler kleiner Gewässer verrohrt. Durch die Öffnung der Verrohrung wird die vielfältige Landschaft im Grünen Band um Fließgewässerbiotope erweitert. Im Wasser gebundene Nährstoffe können durch die Selbstreinigungskräfte der Gewässer gefiltert bzw. abgebaut werden. Angesichts des Klimawandels wird durch solche Maßnahmen der Wasserhaushalt stabilisiert: Das Wasser bleibt länger in der Landschaft, da es teilweise in den Boden versickern kann.

Gefördert durch das BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und
Verbraucherschutz gefördert und kofinanziert durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) mit Mitteln des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LM MV). Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des wieder und muss nicht mit der Auffassung der Zuwendungsgebers übereinstimmen.

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